SEO Grundlagen - Teil 1: Warum suchen wir?

Kürzlich gab ich einen zweitätigen SEO Workshop in einer Agentur. Ich überlegte im Vorfeld, wie ich in die Schwerpunkte Technik und Content einsteigen sollte und kam zu dem Schluss, dass ich viel weiter vorne beginnen musste.

Darum möchte ich meine SEO Grundlagen-Serie mit der gleichen Frage wie den Workshop beginnen:

Warum suchen wir?

Wir suchen, weil wir einen Bedarf haben

Jede Suche - ob nun bei Google oder Bing, bei YouTube, Amazon, Facebook oder Instagram - beginnt mit einem Bedarf. Wir möchten etwas wissen, etwas kaufen, benötigen eine Dienstleistung, eine Öffnungszeit oder wir brauchen Ablenkung. Mal wissen wir schon sehr genau, was wir möchten und manchmal haben wir nur das Gefühl, dass uns etwas fehlt. Oder wir fragen uns, ob es für unser aktuelles Problem eigentlich schon eine Lösung gibt, von der wir noch gar nichts wissen.

Suchanfragen spiegeln Intentionen wieder

Die Suchmaschinen - allen vorran Google - versuchen für jeden Suchbegriff einzuschätzen, welche Suchintention der Nutzer hatte. Zur Klassifizierung der Suchintention gibt es von verschiedenen Webseiten verschiedene Modelle. SISTRIX bezeichnet diese z. B. als wissen (Know), ausführen (Do), Webadresse (Website), physikalischen Standort (Visti-in-person) oder eine Mischung aus mehreren Intentionen (Multi-Intent).

Ich persönlich finde die Einteilung von MOZ besser. Dort unterscheidet man zwischen:

Informational: Suchende haben einen Bedarf identifiziert und suchen noch nach der besten Lösung. Als Beispiele nennt MOZ dabei die allgemeine Suche nach [mixer] oder [küchenmaschine].

Commercial: Suchende haben sich z. B. für eine Produktkategorie entschieden, haben jedoch noch kein konkretes Produkt identifiziert und sich in einer Vergleichsphase befinden. Beispiele sind [bewertungen mixer] oder [bester mixer] als Suchbegriffe.

Transactional: Suchende nutzen die Suchmaschinen, um preisbezogene Informationen oder Anbieter konrekter Produkte zu finden. Passende Suchbegriffe sind z. B. [günstige Mixer], [kosten standmixer] oder [bosch mfq 3540 kaufen].

Die Transactional-Suchintention hat dabei noch zwei Unterkategorien:

  • Local: Suchende möchten ein Produkt oder eine Dienstleistung in ihrer Nähe oder an einem bestimmten Ort finden. Dazu passende Suchen sind z. B. [mixer in berlin kaufen], [elektriker bremen], [tankstelle in meiner nähe].
  • Navigational: Suchende kennen die Domain einer Webseite oder eines Shops nicht bzw. haben keine Lust, diese einzugeben und suchen nach der Brand (dem Markennamen), um die Webseite zu finden. Beispiele hierfür sind: [amazon], [zalando] oder [facebook].

Top Rankings gibt es nur mit der richtigen Intention

Warum ist dieses ganze Wissen über Suchintentionen bzw. aus Sicht der Suchmaschinen Nutzerintentionen so wichtig? Da um die 90 % aller Suchanfragen auf Google entfallen und Millarden von Webseiten über Google Analytics getrackt werden, weiß Google zu jedem Suchbegriff, wie die Nutzer mit den Suchergebnissen und auf den meisten der dort aufgelisteten Seiten interagiert haben.

Dadurch entsteht über Wochen und Monate hinweg eine Hauptintention pro Keyword. Nur wenn eine Seite - also genau genommen deine Seite - genau diese Suchintention erfüllt, hast du überhaupt eine Chance die Top 3 Suchergebnisse für das jeweilige Keyword zu erreichen. Wenn Google ein Keyword als "Informational" einschätzt, dann wird eine Unterseite, die twas verkaufen möchte,dort nicht angezeigt werden. Nur wenn  die Seite Informationen enthält, die besser sind, als auf allen anderen Seiten ist eine Top 3 Platzierung denkbar. Aus diesem Grund haben auch sehr viele Onlineshops mittlerweile ausführliche Produktratgeber in ihren Kategorien integriert, um trotz der Verkaufsabsicht die besten Informationen zum Thema liefern zu können.

Google ist sich nicht bei allen Suchbegriffen übrigens auch nicht immer sicher, was die Nutzerintention ist. Die Suche nach [katze] führt z.B. zu einem bunten Mix auf Webseiten, die lebende Katzen oder Katzenzubehör anbieten aber auch ganz normale Informationsseiten wie Wikipedia.

Die Sache mit dem Nutzerverhalten

Hast du es mit einem oder mehreren Keywords in die Top 10 der Google Suchergebnisse geschafft, dann musst du dich in diesen behaupten. Dabei ist das Nutzerverhalten auf deiner Seite sehr wichtig. Haben die Nutzer das gefunden, was sie gesucht haben oder kamen sie bereits nach wenigen Sekunden zurück zu Google und haben ein anderes Suchergebnis ausgewählt? Diese und viele weitere Informationen zum Nutzerverhalten hat Google wie gesagt vorliegen. Woher? Von uns allen, die wir Google nutzen oder Google Analytics in unsere Webseiten integrieren.

Fazit

Bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) geht es um viel mehr, als nur um Technik, mobile friendliness und schnelle Ladezeiten. Es geht darum, die Suchenden zu verstehen und sie mit gutem Content abzuholen. Dieser Content muss auf die Suchintentionen der Nutzer zugeschnitten sein, einen großen Mehrwerkt bieten und technisch optimal ausgespielt werden.

Darum stelle dir zu jeder Seite die die online stellen möchtest die Fragen:

  • Warum suchen wir?
  • Wie würde ich die Suche formulieren?
  • Welche Inhalte würde ich als Ergebnis erwarten?

Und ganz wichtig: Suche im Vorfeld selbst nach verschiedenen Keywords und prüfe, welchen Suchintentionen die Ergebnisse entsprechen.

Weitere Teile dieser Serie

Teil 2: Nutzererfahrung und Nutzersignale