SEO Grundlagen - Teil 2: Nutzererfahrung und Nutzersignale

In Teil 2 der SEO Grundlagen möchte ich euch über die Nutzererfahrung und Nutzersignale aufklären. Was gehört alles dazu und warum ist es so wichtig, dem Suchenden die bestmögliche Erfahrung auf eurer Seite zu bieten?

Kurzer Rückblick: In Teil 1 dieser Serie gind es um die Hintergründe, warum wir Suchen und wie Google versucht, unsere Suchanfragen zu kategoriesieren. Wir wissen, das Content einen Mehrwert bieten muss und das das Nutzerverhalten eine wichtige Rolle spielt.

Was gehört alles zur Nutzererfahrung?

Das Verhalten der Nutzer auf deiner Seite ist ihre direkte Reaktion auf ihre Nutzererfahrung. Wie war es, von einem Suchergebnis auf deine Seite zu gelangen und mit dieser zu interagieren? Zur Nutzererfahrung gehören dabei eine ganze Reihe von Faktoren:

  • Ist die Webseite mobile Ready?
    • Hat sie eine mobile Variante oder ein responsive Design?
  • Wird die Webseite "datensparend" übertragen?
    • Werden CSS- Dateien und Javascripte kaskadiert (zusammengeführt), minifiziert und so geladen, dass man frühestmöglich mit der Seite interagieren kann?
    • Werden auf jedem Gerät die richtigen Bildformate ausgespielt?
    • Sind die Bilder so klein wie möglich, ohne dabei unscharf zu sein oder Artefakte zu bilden?
    • Wird Lazyloading verwendet, also das nachladen der Inhalte beim Scrollen?
    • Werden Caching und Kompression verwendet?
  • Liefert der Webserver die Daten auch bei vielen Besuchern schnell und zuverlässig aus?
  • Findet der Nutzer sofort den gesuchten Inhalt, ohne lange zu Scrollen?
  • Sind die Inhalte gut aufbereitet und bieten einen Mehrwert? (Diesen Punkt kann man gar nicht oft genug hinterfragen)
  • Geht die Webseite sparsam mit Werbung um?
  • und vieles, vieles mehr

Einmal etwas weniger technisch, bitte

Um das ganze weniger technisch zusammen zu fassen: Hast du alles dafür getan, damit der Nutzer den besten Inhalt zu seiner Suche auf deiner Seite findet und das dieser schnell und optimal präsentiert wird?

Wahrscheinlich hast du das noch nicht getan, weil es einfach ein umfassendes technisches Wissen erfordert. Dazu werde ich noch eigene Artikel verfassen, in denen ich beschreiben werde, wie du die wichtigsten technischen Rankingfaktoren testen kannst.

Zurück zur Nutzererfahrung

Viele Nutzer sind sofort wieder weg, wenn deine Seite auf ihrem Smartphone in der normalen Desktopansicht für PCs geladen wird. Genauso schnell sind sie wieder weg, wenn nach 1 - 3 Sekunden noch nichts zu sehen ist oder die Seite beim laden "hängt" und nicht bedient werden kann. Ist die Seite dann auch noch sehr groß und belastet das monatliche Internetvolumen, dann wird das die Nutzer auch alles andere als glücklich machen.

Damit sind wir auch schon bei den Nutzersignalen

Kamen die Nutzer schnell wieder zurück zu Google und haben weitere Ergebnisse aufgerufen? Oder sind sie auf deiner Seite geblieben und haben gefunden, was sie gesucht haben? Haben sie anschließend vielleicht sogar ihre Suche verändert, weil keine der Seiten das gewünschte Ergebnis geliefert hat?

Google erhält all diese Nutzersignale und wertet sie aus. Mit einem richtig aufgesetzten Tracking kann man diese Nutzersignale z. B. in form der folgenden Metriken messen:

  • Zeit auf der Seite --> Wie lange war der Nutzer auf welcher Seite deiner Homepage?
  • Scrolltiefe --> Hat der Nutzer bis zur Hälfte oder sogar bis zum Ende gescrollt oder die Seite direkt nach dem Laden im oberen Bereich wieder verlassen?
  • Seiten pro Sitzung --> Wurde auf Links geklickt, mit denen weitere Unterseiten aufgerufen wurden?

Google kennt noch weitere Nutzersignale, z. B. das bereits beschriebene Verhalten, weitere Suchergebnisse zu konsultieren oder die Suche zu ändern. Teilweise verändert Google auch die erwartete Intention für die Suchanfrage, weil die Ergebnisse offenbar nicht zur Suche passen.

Wie misst du die Nutzererfahrung?

Um die Nuztererfahrung zu "simulieren" kannst du deine Webseite mit externen Tools prüfen lassen. Eine Anlaufstelle sind z. B. die Google PageSpeed Insights, die deiner Webseite eine mobile und eine Desktop Speedscore zuordnen. Dabei muss deine Webseite nicht die vollen 100 Punkte erreichen, ein Wert über 80 sollte es aber schon sein. Teste auch verschiedene Unterseiten mit unterschiedlichen Inhalten, um einen besseren Überblick zu erhalten. Wir testen bei Onlineshops z. B. die Startseite, eine Inhaltsseite, eine Kategorieseite und eine Produktdetailseite, um einen guten Querschnitt zu erhalten.

Wenn du bereits eine Webanalyse Software wie Google Analytics verwendendest, dann suche Seiten heraus, die eine hohe Absprungrate und kurze durchschnittliche Besuchszeiten haben. Wenn nicht, dann solltest du eine solche dringend einrichten. Auch hierzu wird es später eine Anleitung auf markability.de geben.

Der wichtigste Hinweis Schluss: Rufe deine Webseite selbst mit deinem Smartphone auf, wenn du unterwegs bis (also nicht im schnellen heimischen oder Büro WLAN). Wie schnell wird deine Seite geladen? Wie ist die Bedienbarkeit?

Versetze dich immer in die Rolle des Nutzers. Wonach würdest du suchen, um deine Seite zu finden? Und findest du die Antwort auf diese Anfrage auch direkt, ohne zu scrollen?

Zu guter Letzt: Die Google Search Console

Die Google Search Console solltest du ebenfalls regelmäßig prüfen. Diese werde ich in einem anderen Artikel genauer beschreiben. Wichtig ist erst einmal nur, dass du einen Blick in die Abdeckung wirfst und in die Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten. Gibt es hier Fehler, dann solltest du diese dringend prüfen und beheben (lassen).

Wenn Google dir über die Search Console entsprechende Hinweise gibt ist anzunehmen, dass diese Faktoren bereits für eine schlechte Nutzererfahrung gesorgt haben und entsprechende Nutzersignale gesendet wurden.

Weitere Teile dieser Serie

Teil 1: Warum suchen wir?